Über Creative Micro Designs

>Fotos vom CMD-Team und ihrem EntwicklungslaborDetails
>Zwei ausführliche CMD-Interviews mit vielen interessanten InformationenDetails
>Anderes rund um CMD, z.B. der CMD-RennwagenDetails
>Die Geschichte von CMDDetails

Open News Portal c64.sk
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CMD-Fotos

Die CMD-Crew Mark 'Codehead' Fellows
Doug Cotton, Mark Fellows, Charles Christianson, Mr. Christianson sr. Mark Fellows zeigt stolz die SCPU

CMD's Gebäude im Winter CMD's Gebäude im Sommer
Das CMD-Gebäude im Winter... ... und zur Sommerszeit.

CMD-Interviews

Hier sind zwei lange und interessante CMD-Interviews, beide mit Charles A. Christianson.
Interview aus dem 'Zine64 (1997)
Interview aus der Commdore Faction (1999)

Interview mit Charles A. Christianson ('Zine64)

Dieses sehr lange, detaillierte und interessante Interview wurde Anfang 1997 geführt und stammt aus einer Ausgabe von 'Zine64, einem ehemaligen Magazin aus England. Dank gebührt Chris Holgate, ehemaliger 'Zine64-Redakteur, der diesen Text zur Verfügung stellte. Lesen Sie weiter und seien Sie dabei, wie einer der Gründer von CMD Einzelheiten erzählt, die zuvor niemand kannte!

Persönliche Fragen

Z64: Name?

CC: Charles A. Christianson

Z64 : Was ist Ihr Job und Ihre Positition?

CC: Gründer, Vize-Präsident/Schatzmeister

Z64: Wie lange sind Sie schon Vize-Präsident von CMD?

CC: Seit der Gründung 1987.

Fragen rund um's Geschäft

Z64: Wie und wann fing mit CMD alles an?

CC: Rein technisch gesehen entstand Creative Micro Designs, Inc. am 1. Dezember 1987. Das ganze ging jedoch schon einige Zeit vorher los, als alles noch unter dem Namen Fellow, Inc. lief.

Die Geschichte von CMD ähnelt tatsächlich der vieler heutiger Technologiefirmen. Um ein komplettes Bild unserer Geschichte zu bekommen, muss man im Herbst '86 anfangen, als mein Geschäftspartner Mark Fellows begann, Version 1.0 von JiffyDOS zu entwickeln. Er fing damit aus Notwendigkeit an, denn er versuchte, einen Sequenzer für den C64 zu schreiben, um ihn in seiner Band einzusetzen. Während er den Sequenzer entwickelte, wurde immer deutlicher, dass der C64 langsam und behäbig war. Als ein Student mit grossem Computerwissen, dachte sich Mark, er könne doch Commodores Kernal und DOS etwas effizienter machen. Während der nächsten 1 1/2 Jahre machte er JiffyDOS zu einem kompletten Floppy-Speeder, der nicht nur sehr viel schneller als Commodores eigenes DOS war, sondern dazu noch sehr kompatibel blieb und einen kompletten DOS-Kurzbefehlssatz enthielt. Zu dieser Zeit brach er die Arbeit am Sequenzer quasi ab und fing an, Werbe-Kleinanzeigen für JiffyDOS in den Zeitschriften Computer Shopper und Electronic Musician zu schalten. Er hatte das schon einige Monate lang gemacht, als wir auf einem Familien-Picknick (seine Frau ist meine Cousine zweiten Grades) am Labor Day (9/87) ineinanderliefen.

Hier wurden die Samen ausgesäht, aus denen später CMD wachsen sollte. Ich hatte gerade mein Examen im Bereich Wirtschaftsmanagement mit Schwerpunkt Marketing gemacht und mir gefiel die Idee, einen Vermarktungsplan für ein reales Produkt auszuarbeiten. Somit stimmte ich nach ein paar Bier und einer Menge von Marks Überredungskunst zu, mir seine Erfindung anzuschauen. Also gingen wir in seine Werkstatt im Keller, wo er zunächst "Ghostbusters" auf einem normalen C64/1541-System lud. Ich glaube, der Ladevorgang dauerte etwa 2 1/2 Minuten. Danach schaltete er JiffyDOS ein und der selbe Vorgang dauerte 20 Sekunden. Es ist sicher unnötig zu sagen, dass ich beeindruckt war. Ich hatte das Gefühl, das dieses Produkt gute Vermarktungschancen besaß. Innerhalb einer Woche arbeiteten wir jede Nacht mehrere Stunden zusammen, um unsere Strategie auszuarbeiten und Bestellungen zu machen.

Zu dieser Zeit hatten wir beide einen Fulltime-Job: Mark als technische Redakteur und ich als Einkäufer in der Exportfirma meines Vaters. Durch einen rapide steigenden Kundenstamm kamen wir zu dem Beschluss, dass es Zeit war, zum nächsten Schritt überzugehen. Ende Oktober konnten wir meinem Vater, Charles R. Christianson, die beste finanzielle Gelegenheit seines Lebens anbieten. Tatsächlich hatte er mein ständiges Bitten, er solle sich doch einmal das JiffyDOS-System ansehen, langsam satt. Endlich tat er sich und wir konnten ihm unsere Pläne vorlegen. Nach einigen Diskussionen erlaubte er mir, auf meinem Schreibtisch an meiner Arbeitsstelle ein extra Telefon aufzustellen, um Bestellungen entgegenzunehmen. Außerdem durfte ich 10.000 Dollar in Investitionen stecken. Bedenken Sie, dass ich nur ein paar Anrufe entgegennehmen durfte und dies mich nicht allzusehr von meiner eigentlich Arbeit als Einkäufer in seiner Firma ablenken durfte. Was das Geld anging, stellte er mich vor die Wahl: Entweder er würde mein Studium weiterfinanzieren, so dass ich den nächsthöheren Abschluss machen könnte, oder er würde mir das Geld geben. Ich entschied mich für das Geld, wir unterzeichneten einen Gesellschaftsvertrag jeweils als 1/3-Partner, und der Rest ist Geschichte.

Im März '88 arbeitete Mark schon Vollzeit bei CMD, ich schon zu 3/4 Vollzeit und mein Vater war Einkäufer, hatte 500 Quadratfuß Warenlagerrraum zur Verfügung gestellt und einiges an Geld in das Wachstum von CMD gesteckt. Innerhalb unserer ersten vier Jahre wuchsen wir mit einer exponentiellen Rate und entwickelten Produkte wie JiffyDOS V6.0, die CMD HD Series Festplatten, unsere RAMLink und vieles mehr. Während dieser Zeit wurden wir zu einer festen und bekannteren Größe im Commodore-Markt. Wir machten uns einen Namen als innovativer Hardware-Hersteller und verkauften zunächst auch nur die Produkte, die wir entwickelt und hergestellt hatten.

Derzeit beschäftigt CMD etwa 15 Leute, hat einen riesigen Jahresumsatz und bietet über 300 C64/128-Produkte und -Dienste weltweit an. Neben den CMD Hardware-Produkten haben wir die Distributionsrechte für GEOS 2.0, veröffentlichen das Magazin Commodore World, haben eine voll ausgerüstete Commodore-Reparatur- und Wartungswerkstatt und entwickeln weitere neue, innovative Hardwareprodukte, die Ende des Jahres 1997 erscheinen sollen.

Z64: Wie viele Leute sind im CMD-Hauptquartier beschäftigt, die sich mit der Entwicklung und dem Verkauf der Hardware, der Software und dem Magazin usw. befassen?

CC: 15 Voll- und Teilzeitarbeitskräfte arbeiten in unserem Hauptsitz in East Longmeadow, Massachusetts. Obwohl wir nur 15 Leute haben, tun diese quasi die Arbeit von 30, da niemand nur einen Aufgabenbereich hat. Wir alle tragen Verantwortung in vielen Aspekten der täglichen Arbeitsabläufe. Mark kümmert sich um die ganze Arbeit, die mit der Produktentwicklung zusammenhängt - im Hard- und im Softwarebereich, außerdem den Einkauf technischer Komponenten und Teile der Herstellung. Doug Cotton ist Chef unserer technischen Serviceabteilung, kümmert sich also um Support, Produkthandbücher, Online-Management, Entwicklersupport, außerdem ist er noch Chefredakteur der Commodore World. Charlie senior überwacht die Herstellung, Produkteinkäufe von Drittanbietern, Vertragsmanagement, Versand und Empfang und andere Dinge. Tony Cote hilft bei Servicearbeiten und Produkttestphasen, außerdem untersteht ihm der Reparaturdienst und die Qualitätskontrolle in der Herstellung. Ich selbst bin für quasi alle Aspekte des Verkaufs und der Vermarktung zuständig, stehe in Kontakt mit Kunden, fülle Lagerbestände auf, kümmere mich um die Anzeigen in der CW, bin bei Vertragsausarbeitungen und -abschlüssen dabei, mache nebenbei auch noch ein wenig beim technischen Support mit und helfe auch ab und an bei Reparaturen. Der Rest der Belegschaft kümmert sich ums Löten, die Buchhaltung, Verkäufe ab Werk, Versendung von Produkten und Entgegennahme von Lieferungen, Layout von Seiten, Vervielfältigung von Disketten und Handbüchern usw. Was noch übrig bleibt erledigen wir im Team, wobei jeder das macht, was er am besten kann.

Z64: Auf welche neuen CMD-Produkte können wir uns in Zukunft freuen?

CC: Das wichtigste ist die SuperCPU128, die SuperRAM-Card und eine Generalüberholung des GEOS-Systems. Nicht zu erwähnen einige andere neue Produkte, über die ich aber noch nichts sagen kann.

Z64: Wie war die Reaktion auf die SuperCPU in den USA, können wir mit neuer Software rechnen, die die Power des neuen Prozessors ausnutzt?

CC: Wir sind sehr zufrieden mit der Reaktion des Marktes auf die neue SuperCPU64, wir erwarten weiterhin erfolgreichen Absatz der C64-Version, speziell jetzt, wo bald die SuperRAM-Card erscheint. Die SuperCPU128 ist noch in Entwicklung, aber es sind bereits über 300 Vorbestellungen eingegangen. Die Geschwindigkeit, die Kompatibilität und die Zuverlässigkeit der bereits ausgelieferten Geräte hat sogar unsere Erwartungen übertroffen.

Entwickler in Nordamerika, Europa und Australien haben sehr viel Interesse daran gezeigt, neue Software zu entwickeln, welche die neuen Befehle, die 16 Bit-Register und die 20 MHz des 65C816S-Prozessor ausnutzt, der in der SuperCPU verwendet wird. Das erste Produkt dieser Art wird im Sommer '97 erscheinen und im GEOS-Bereich angesiedelt sein. Andere in der Entwicklung befindliche Produkte sind: ein textbasierter Web-Browser, Grafikprogramme, Compiler und Assembler, Spiele und Anwenderprogramme. Die Zukunft sieht gut aus für alle, die nach wie vor an die Möglichkeiten Ihres C64- oder C128-Systems glauben.

Z64: Vor einiger Zeit gab es das Gerücht, CMD würde die Rechte am C65 aufkaufen und diesen Computer tatsächlich herausbringen. Inzwischen wissen wir, dass diese Gerüchte unwahr waren, aber trotzdem die Frage: Gibt es eine Chance, dass CMD irgendwann den C65 herausbringt?

CC: Mit Sicherheit nicht. CMD hat nie in Betracht gezogen, den C65 herauszubringen. Unserer Meinung nach war es eine ziemlich schlechte Konzeptlinie, die Commodore da einschlagen wollte. Die wenigen Geräte, die bei der Liquidation auftauchten, waren Alpha-Prototypen, die noch nicht einmal ihren Weg zu den Entwicklern gefunden hatten, die sie testen sollten. Das DOS blieb unvollendet, genau wie die Prototypen der neuen Customchips, der "VIC-3"-Videochip wurde nicht richtig von der Software angesprochen und die C64-Kompatibilität war nicht besonders hoch.

Um den Gerüchten ein Ende zu machen sage ich Ihnen, dass CMD dabei ist, einen eigenen Computer zu entwickeln. Aus offensichtlichen Gründen kann ich keine Details nennen, aber was ich Ihnen sagen kann ist, dass ein gewisser Grad von C64-Kompatibilität erreicht wird. Was jedoch weit wichtiger ist: Damit wird das Konzept des echten Home-Computers wieder eingeführt, zu einem Preis, wie man ihn bei einem "Home-Computer" erwartet. Die Entwicklung an diesem System geht weiter, aber für einige Zeit wird daraus noch kein marktfähiges Produkt werden. Bis es soweit ist würde ich sagen, dass ein C64 mit SuperCPU, RAMLink, JiffyDOS, FD oder HD und Turbo 232 einen kleinen Vorgeschmack auf die Funktionalität des neuen Designs geben kann.

Z64: Glauben Sie, dass CMD in 5 Jahren noch immer neue Hardware, Software usw. entwickelt? Mit anderen Worten, denken Sie, dass der Markt in 5 Jahren noch stabil genug ist, damit neue Hardware für den C64 entwickelt werden kann, oder ist es wahrscheinlicher, dass Sie bis dahin komplett in einen anderen Markt gewechselt sind?

CC: Ich hoffe, dass wir in 5 Jahren als IBM des Home-Computer-Marktes gesehen werden. Dabei wollen wir jedoch den Commodore-Markt mit uns nehmen, in dem wir einen akzeptablen Kompatibilitätsgrad zu unserem geliebten C64 implementieren, aber den Usern gleichzeitig die Geschwindigkeit, die Grafik und die Fähigkeiten bieten, die man von einem modernen Computer erwartet. Was unsere existierende Produktpalette angeht, so werden wir weiterhin C64/128-Produkte herstellen und verkaufen, so lange die User genug kaufen, wie nötig ist, um das ganze aufrecht zu erhalten.

Z64: Vielen Dank für Ihre Zeit, Charles... Gibt es noch etwas, dass Sie den Commodore-Usern in England sagen möchten?

CC: Danke, dass Sie mir die Gelegenheit gegeben haben, mich an Ihre Leser zu wenden. Ich möchte Ihre Leser auffordern, sich doch einen kostenlosen Produkt-Katalog bei uns zu bestellen. Wir bieten alles für diejenigen, die das Maximum aus ihrem Computer herausholen wollen.

Interview mit Charles A. Christianson (Commodore Faction)

Dieses neuere Interview mit Charles A. Christianson ist aus der letzten je erschienenen Ausgabe der Commodore Faction (Dezember 1999). Dank gebührt David Connolly, der es uns zur Verfügung stellte.

CF: Warum hat CMD die Commodore World an den CSW-Verlag verkauft, überlassen Sie das Feld jetzt einfach den Deutschen?

CC: Wir glauben, dass der Verkauf der Commodore World sehr im Interesse unserer Leser war, und das aus vielen Gründen. Der wichtigste ist, dass sie mehr Hefte bekommen werden, welche neuen und einzigartigen Inhalt haben.

Als CMD die Commodore World aus der Taufe hob, taten wir dies aus einem bestimmten Grund, und zwar um den Markt in Nordamerika zu unterstützen, der zu dieser Zeit ohne ein professionelles Magazin war. Dieser Zug war sehr riskant, denn wir waren kein Verlag sondern wohl eher eine der führenden Hard- und Softwarefirmen. Wir waren uns sicher, dass es keine Zukunft für den Commodore-Markt geben würde, wenn nicht bald ein neues Magazin erscheinen würde, und so entschlossen wir uns, eines zu machen. Doch zum Glück lief alles gut und wir konnten ohne Probleme an unserem damaligen Projekt weiterarbeiten - der Entwicklung der SuperCPU.

Die Zeit verging, und irgendwann wurde es nötig, den Aufwand auf einen Level zu reduzieren, der vom Verkauf allein getragen werden konnte. Dies bedeutete, dass wir uns ausschliesslich auf Doug Cotton beschränken mussten, der zusammen mit einigen freien Mitarbeitern praktisch alle Aspekte der Produktion des Magazins abdecken musste. So konnten wir die Zeitschrift für die nächsten Jahre weiterlaufen lassen. Zusätzlich blieb Doug während dieser Zeit verantwortlich für den technischen Support und einige andere täglich anfallender Arbeiten. Es ist wohl unnötig zu sagen, dass die Einhaltung des Erscheinungstermins immer schwerer wurde.

Was CSW angeht, so haben sie das beliebte deutsche Magazin GO64 schon einige Jahre lang herausgegeben und haben deshalb die nötige Infrastruktur, um die Commodore World zu übernehmen und zu verbessern. Unsere Entscheidung, das Magazin an sie zu verkaufen, basierte auf der Sicherheit, dass sie in der Lage wären, regelmäßig ein qualitativ hochwertiges Magazin herauszubringen, und das kann den Commodore-Markt nur stärken.

Unser Ziel jetzt ist es, sich auf die Produktion und den Vertrieb unserer vielen edlen Commodore-Produkte zu konzentrieren und weiterhin unsere vielen Kunden weltweit zu unterstützen.

CF: Wie werden die Magazine zusammengeführt werden?

CC: Soweit ich weiss, hat CSW die Verantwortung für den redaktionellen Inhalt des Magazins komplett übernommen und alle laufenden CW-Abos werden von ihnen fortgeführt. Für genauere Details schlage ich vor, sich mit Enno Coners vom CSW-Verlag in Verbindung zu setzen.

CF: Welches Hardware-Produkt ist Ihr erfolgreichstes? Und warum denken Sie ist es das?

CC: Unser erfolgreichstes Produkt ist JiffyDOS. Wir haben über 50.000 Sets verkauft und jeden Tag kommen neue User hinzu. Weitere Top-Seller sind die HD Series Festplatten und die RAMLink. Beide Produkte wurden zu tausenden verkauft und sind nach wie vor eine beliebte Erweiterung für Commodore-Systeme.

CF: Entschuldigen Sie die Frage, aber haben Sie die Leute, die bei Russ Michaels CMD-Hardware bestellt haben, wieder ausbezahlt?

CC: Dies ist eine merkwürdige Frage, denn Russ Michaels war ein unabhängiger Händler und als solcher allein verantwortlich für seine Finanzen. CMD's Verhältnis zu ihm war lediglich das zwischen Hersteller und Händler und enthielt als solches für uns keine Verantwortung für seine Verpflichtungen.

CF: Haben Sie ausserhalb der USA weitere CMD-Händler?

CC: Zur Zeit ist der einzige aktive CMD-Händler der CSW-Verlag. Wie es scheint, ist die Notwendigkeit für ein größeres Händlernetzwerk nicht mehr gegeben, seit dem das Internet immer beliebter geworden ist. Obwohl die meisten Verkäufe in Europa durch CSW stattfinden, versenden wir weiterhin regelmäßig Bestellungen in alle Welt.

CF: Was kommt als nächstes tolles CMD-Produkt?

CC: Das bleibt abzuwarten. Wir haben einige Möglichkeiten diskutiert, die Tendenz geht dahin, dass das produziert wird, was gebraucht wird. Zum Beispiel haben wir kürzlich ein verbessertes Hochlast-Netzteil für den C64 und C128 herausgebracht. Dies wurde nötig, da es keine Quelle mehr dafür gab. Nun stellen wir sie selbst her.

CF: Wie sehen Sie das Internet in Verbindung mit dem C64?

CC: Das Internet hat sich als sehr positiver Einfluss auf die Commodore-Gemeinschaft erwiesen. Es ist für eine große Zahl zurückkehrender User verantwortlich. Wir sprechen oft mit Leuten, die zu Hause und am Arbeitsplatz High-End-PC's haben, aber gleichzeitig begeistert sind, was es inzwischen alles für ihren alten Commodore gibt. Als Resultat kaufen sie viele der angeboteten tollen Produkte, um ihren Commodore aufzurüsten. Kürzlich wurde sogar ein großer Artikel über unsere Firma in der New York Times veröffentlicht. Dieser Artikel kam zustande, weil ein Redakteur während einer Recherche über unsere Homepage stolperte. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Internet ein sehr positiver Faktor für den Commodore-Markt ist.

CF: Auf Ihrer Homepage ist zu sehen, dass Sie jetzt auch Windows und den Mac unterstützen. Ich schätze, Sie tun das, um Geld für mehr C64-Projekte reinzubekommen, richtig?

CC: Ich denke, das ist eine Möglichkeit, wie man es sehen kann. Obwohl wir weiterhin unsere Commodore-Produkte anbieten und verbessern kommt der Hauptteil unserer Erträge aus den neuen Bereichen. Wir konzentrieren uns dabei hauptsächlich auf den lokalen/regionalen Markt (West-Massachusetts und Nord-Connecticut), allerdings werden wir immer wieder von alten Kunden angesprochen, die sich für unsere Custom-PC's interessieren. Wären wir nicht in diese Märkte eingestiegen - wir hätten durch den Verkauf von Commodore-Produkten allein niemals überlebt.

CF: Wenn CMD's Preise etwas herabgesetzt würden, könnten Sie nicht die Kosten durch entsprechend mehr Verkäufe wieder wettmachen?

CC: Wie schon vielfach gesagt wurde, liegt der Hauptgrund für die höheren Kosten je Einheit in den niedrigen Stückzahlen, in denen wir sie herstellen müssen. Zur Zeit werden von allen Produkten immer nur weniger als 100 Stück hergestellt und dies meist dann, wenn ein entsprechendes Bestellvolumen vorliegt. Während der letzten Jahre sind unsere Gewinnspannen immer mehr abgebröckelt und inzwischen ist es unmöglich, die Produkte für weniger Geld zu verkaufen. Die Rechnung, mehr abzusetzen, indem man die Preise senkt, geht leider nicht auf, denn um die wichtigsten Komponenten günstiger zu bekommen, müsste die Anzahl viel zu stark erhöht werden. Ein Beispiel: Um weit günstiger an unsere Metallgehäuse zu kommen, müssten wir auf einen Schlag 1000 Stück produzieren, und das für ein Produkt, von dem nur ca. 100 Stück im Jahr verkauft werden - wir reden hier über einen 10-Jahres-Vorrat an Gehäusen ... das ist keine tragbare Geschäftsentscheidung. Interessenten sollten deshalb auf unsere Anzeigen in der GO64/CW achten, wo wir von Zeit zu Zeit Sonderangebote bieten. Diese ergeben sich für gewöhnlich durch eine besonders günstige Einkaufsmöglichkeit für uns, z.B. für Kernkomponenten wie RAM oder Festplatten. Die Ersparnis geben wir somit an unsere Kunden weiter.

CF: Sie haben den Web.it 64 gesehen. a) Warum zum Geier verkaufen Sie ihn nicht in Amerika, wo Sie ein Exklusivrecht hätten und b) könnten Sie etwas ähnliches entwickeln, das vielleicht etwas mehr C64-artig ist?

CC: Wir haben uns vor einigen Jahren den Web.it angeschaut und uns wurde gesagt, eine NTSC 120V-Version sei in Entwicklung. Soweit ich weiss, wurde sie nie fertig. Für ein PAL-Produkt gibt es in Nord-Amerika keine Nachfrage. Ausserdem ist das Konzept für die USA leider inzwischen veraltet, da der Hersteller es als preiswerte Internet-Maschine vorsah. Inzwischen bekommt man schon einen voll ausgerüsteten Pentium 400 von einem Internet-Provider, wenn man einen 3-Jahresvertrag mit ihm unterzeichnet. Was CMD's Computer angeht, wir haben ein konzeptionelles Design für einen günstigen Home-Computer, welches wir einigen potenziellen Investoren vorstellten. Leider fällt es solchen Leuten schwer, einem System Chancen einzuräumen, das nicht mit Windows oder MacOS arbeitet. Das notwendige Interesse an einer weitergehenden Entwicklung wurde uns nicht entgegen gebracht.

CF: Die CF-Wahl - was ziehen Sie vor: Mac oder PC?

CC: Jedes Gerät hat seinen Zweck. Wenn man Grafikprofi ist, dann ist der Mac sehr zu empfehlen. Wer im Finanzmarkt tätig ist oder ein Gerät für die Geschäftstätigkeit braucht, wird den PC mit der großen Menge an vorgefertigten Lösungen vorziegen. Für den Hobbyisten, der gerne selbst programmiert und klassische Spiele spielt, gibt es nichts besseres als den Commodore. Ich persönlich hoffe nach wie vor, dass jemand mal ein effizientes, einfaches, zuverlässiges Multiplattform-Betriebssystem mit einer grafischen Benutzeroberfläche schreibt... Linux mit einem neuen Front-End?

Anderes rund um CMD

Der CMD-Rennwagen

Im Jahre 1993 fand Maurice Randall, C64-Programmierer, CMD-Fan und Rennfahrer, keinen Sponsor, der sein Logo auf seinen Rennwagen packen würde. Deshalb beschloss er, CMD zu promoten und setzte das CMD-Logo auf sein rotes Chrysler Lebaron Coupe. Weiter vorne steht noch "FD Series", während hinten "JiffyDOS" steht.

Rotes Chrysler Lebaron Coupe
Der CMD-Rennwagen. Davor: Maurice Randall, der Fahrer.

Ansicht von schräg vorn
Das Chrysler Lebaron Coupe von schräg vorne.

CMD's Niederlassung in Österreich

1992 eröffnete CMD eine eigene Niederlassung in Österreich, genannt CMD Direkt. Dessen Hauptaufgabe bestand darin, die CMD-Produkte in Europa noch bekannter zu machen und diese zu niedrigeren Preisen anzubieten als einige Importeure es vorher taten (z.B. kostete JiffyDOS in Deutschland vorher 150 DM, bei CMD Direkt bekam man es dann für 75 DM!). Die österreichische Zweigstelle wurde von Rick Gaudet betrieben, er übersetzte auch die Handbücher der CMD-Produkte ins deutsche. Wegen zu hoher Kosten wurde die österreichische Niederlassung 1997 geschlossen. In der Distributoren-Liste finden Sie den Distributor in ihrer Nähe.

Rick Gaudet von CMD Direkt
Rick Gaudet (CMD Direkt).

Das CMD T-Shirt

Im Jahre 1989 promotete CMD ihr damals einziges Produkt, JiffyDOS, auf der Messe World of Commodore '89, in dem sie dieses T-Shirt ausgaben. Auf der Vorderseite ist das Messelogo, auf der Rückseite ist zu lesen "Do it faster with JiffyDOS" ("Sei schneller mit JiffyDOS"), darunter ist das CMD-Logo. Dank gebührt Geoff Sullivan, der diese Bilder zur Verfügung stellte.

CMD T-Shirt Rückseite
Das CMD T-Shirt (Rückseite).

CMD T-Shirt Vorderseite
Die Vorderseite.


Es gibt Gerüchte über ein anderes CMD T-Shirt mit der Aufschrift: "CMD - working to make things faster", wieder war JiffyDOS gemeint, nicht etwa die SuperCPU, wie man denken könnte. Wenn Sie dieses T-Shirt besitzen, kontaktieren Sie uns.

Die Geschichte von CMD

Creative Micro Designs, Inc. (CMD) wurde im Herbst 1987 auf Basis der Stärke von JiffyDOS gegründet, einem neuen Floppy-Speeder-System für den C64 und C128. Firmenchef und Mitgründer Mark Fellows entwickelte JiffyDOS in den Jahren 1985 und 1986 und vermarktete es im Herbst 1986 unter dem Namen seiner eigenen Firma, Fellows, Inc., mit Hilfe von Kleinanzeigen in Computerzeitschriften. Herr Fellows vermarktete JiffyDOS weiter alleine, bis er sich im Herbst 1987 mit Charles A. Christianson zusammentat, einem Verwandten, der soeben sein Examen in Geschäftsführung und Markteting abgeschlossen hatte.

Herr Christianson fing zunächst an, als Teilzeithilfe bei Vermarktung und Verkauf mitzuwirken, außerdem half er bei der offiziellen Gründung von CMD Ende 1987. Die Verkaufszahlen von JiffyDOS stiegen weiter ständig, und bald bildete sich eine Partnerschaft mit Charles R. Christianson, Vater von Charles A., der damals eine eigene Exportfirma leitete. Herr Christianson senior brachte jahrelange Geschäftserfahrung in die Firma ein und half dabei, sie von einer Garagenfirma in ein richtiges Unternehmen zu verwandeln.

Im April 1988 wurde Creative Micro Designs, Inc. für alle zum Vollzeit-Job und innerhalb der ersten drei Jahre verdreifachten sich die Verkäufe in Dollar jedes Jahr. JiffyDOS wurde weiter verbessert und CMD brachte die heutige Version 6 des Speeders Mitte 1989 heraus.

Während JiffyDOS immer beliebter wurde, fing CMD an, ein SCSI-basiertes Festplattensystem zu entwickeln, welches ein hochkompatibles DOS in Kombination mit Partitionierungsmöglichkeiten enthalten sollte, das auch andere Commodore-Laufwerke emulieren sollte. Die Entwicklung begann 1989. Ein spezielles Augenmerk legte man auf die Kompatibilität mit wichtigen Softwareprodukten. Als 1990 mit der Auslieferung begonnen wurde, machte die hohe Kompatibilität und Vielseitigkeit die CMD HD zusammen mit ihrer Erweiterbarkeit zu einem sofortigen Hit.

Nachdem die Entwicklung der CMD HD Series-Festplatten inklusive DOS beendet war, konzentrierte sich CMD auf die Entwicklung eines RAM-basierten Laufwerks. Das Ergebnis war die RAMLink, ein erweiterbares RAM-Laufwerk mit einer Kapazität von bis zu 16 Megabyte. Die RAMLink behielt außerdem mit Hilfe eines eigenes Netzteils ihren Inhalt nach dem Ausschalten und konnte auch bei einem Stromausfall mit Hilfe eines Batteriesystems aufrecht gehalten werden. Viele andere Features wurden eingebaut, so z.B. das Parallel-Interface für die normalerweise seriell betriebenen CMD HD Festplatten, ein Port für RAM-Erweiterungen von Drittanbietern, ein durchgeschliffenen Expansionsport für andere Module. Das DOS der HD Series-Festplatten wurde auf das neue Gerät portiert, wobei einiges geändert und verbessert wurde. Und wieder wurde natürlich stark auf Kompatibilität mit wichtigen Softwareprodukten geachtet.

Im Jahre 1991 bekam die CMD-Familie zwei neue Mitglieder: Das SwiftLink und die SID Symphony. Diese Produkte wurden ursprünglich von Dr. Evil Labs entwickelt und verkauft, einer als Experiment für Entwicklung, Herstellung und Verkauf von Produkten gegründeten Partnerschaft von Studienkollegen. SID Symphony verlieh Commodore-Computern zusätzliche Musik-Stimmen und führte dazu, das hunderte, vielleicht sogar tausende von 'Stereo'-Musik-Files entwickelt wurden. Das SwiftLink, ein High-Speed RS-232-Interface für den C64 und 128, wurde immer beliebter, je schneller und günstiger die erhältlichen Modems wurden.

Während 1992 auch die Liste der durch CMD vertriebenen Software-Produkte größer wurde, wurde im Hardware-Bereich an einem Ersatz für Commodores 1581-Laufwerk gearbeitet. CMDs FD-2000-Diskettenlaufwerk war rückwärtskompatibel zur 800K-1581, konnte aber auch HD-Disketten formatieren und nutzen und brachte es damit auf eine Kapazität von 1,6 Megabyte. Wieder wurde das High-Level-DOS, das schon für die CMD HD und die RAMLink eingesetzt wurde, angepasst. Damit war z.B. die Möglichkeit zur Partitionierung von Disks gegeben. Ende 1992 wurden die ersten FD-Laufwerke an Commodore-User auf der ganzen Welt ausgeliefert.

1993 kamen zwei weitere CMD-Produkte hinzu. Die CMD Utilities boten eine Auswahl an nützlichen Disk-Utilities und Kopierprogrammen für Besitzer von CMD-Geräten aber auch Commodore-Geräten. Auf der Hardwareseite begann CMD Ende 1993 mit der Auslieferung einer neuen 3-Tasten-Maus. Die "SmartMouse" war vollständig rückwärtskompatibel mit der Commodore-Maus 1351, hatte jedoch eine Taste mehr sowie eine eingebaute Echtzeituhr.

Im Jahre 1994 kaufte CMD die Rechte am 2+1-Expansionsport-Expander von Skyles Electric Works und bot dieses Produkt selbst an. Als das letzte aktive Printmagazin (Compute) Ende 1993 eingestellt wurde, beschloss CMD, das es Zeit wäre, selbst ein Magazin zu veröffentlichen. Ende April 1994 erschien somit die erste Ausgabe der Commodore World. Im August brachte CMD den "SmartTrack" heraus, einen Trackball, der kompatibel zur SmartMouse war und die selben Features mitbrachte. Ende des Jahres eröffnete CMD dann auch die eigene Computer- und Laufwerk-Servicewerkstatt und bot neue und gebrauchte Commodore-Computer, Laufwerke und Monitore an.

Als sich 1995 herausstellte, dass der 2+1-Expansionsport-Expander zu teuer in der Herstellung war, um ihn effektiv vermarkten zu können, brachte CMD die EX3-Expansionsport-Weiche heraus. Die EX3 hatte jedoch nicht den horizontalen Port, den noch die 2+1 bot, weshalb CMD im Mai dann noch die modifizierte EX3 mit eben dieser Eigenschaft herausbrachte - die EX2+1.

Im Jahre 1996 enthüllte CMD den nächsten großen Schritt, mit dem wieder einmal die Grenzen der Commodore-Computer gesprengt wurden: Die CMD SuperCPU 20 MHz-Turbokarte für den C64. Dieses Produkt benutzte den 65816-Prozessor, einen 16 Bit großen Bruder des 6502, der den Kern des Prozessors in jedem C64 und C128 darstellt. Der neue Beschleuniger konnte mit bis zu 20-facher Geschwindigkeit eines herkömmlichen C64 aufwarten und es war angekündigt, das man ihn in baldiger Zukunft auch mit bis zu 16 MB Speicher ausrüsten könne.

Mit dem Jahr 1997 begann auch die Zukunft... Mit der SuperRAM-Card waren Commodore-User nun in der Lage, bis zu 16 MB System-RAM einzusetzen, wenn sie eine SuperCPU 64 besaßen. Und einige Monate später konnten auch C128(-Modus)-Benutzer einsteigen, denn CMD brachte die SuperCPU 128 heraus. Programme für den C64 und 128 konnten nun beschleunigt werden, und wichtige Softwareprodukte wurden nun angepaßt, um die neuen Möglichkeiten zu nutzen.

CMD hat sich im Commodore-Markt einen Namen gemacht - durch Kreativität, Kompatibilität und Hingabe. In der Zwischenzeit haben sie auch im Macintosh- und PC-Markt Aktivitäten entwickelt, um die Firma finanziell gesund zu erhalten. So ist garantiert, dass CMD den Commodore-Markt weiter beliefern kann. Sie haben versprochen, dies auch zu tun, so lange genügend Nachfrage existiert.

Diese Geschichte unterliegt dem © Copyright 1998 von CMD.

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